Wohnflächenberechnung

Fehler bei der Angabe einer korrekten Wohnfläche

Die Angaben zur Wohnfläche ist ein weites Spielfeld – hier kann sich der Bluffer voll und ganz austoben. Glauben Sie nicht? Sie meinen, Sie können schließlich mit dem Zollstock in der Hand alles nachmessen? Das können Sie zwar tun, dennoch wird bei der Wohnflächenangabe gerne und viel geblufft. Und das geht. Denn es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, die Wohnfläche zu berechnen und anzugeben. Wie es funktioniert, erfahren Sie hier.

 

Die Unterschiede der Wohnflächenberechnungen

Zuerst einmal wird zwischen drei Regelungen zur Wohnflächenberechnung unterschieden:

  • Wohnflächenverordnung (WoFlV)
  • DIN-Norm 277
  • (veraltete) DIN 283

Was den geförderten Wohnungsbau angeht, ist die Sache glasklar: Hier muss nach geltendem Gesetz zwingend die WoflV angewendet werden. Handelt es sich bei dem Projekt jedoch um einen nicht geförderten Bau, dann hat der Bauunternehmer freie Hand, nach welcher Grundlage er die Wohnflächenangabe berechnet. Sauber. Sie denken jetzt vermutlich, dass die Berechnungsgrundlage auf dem Grundriss ersichtlich wird? Weit gefehlt, denn allzu gerne wird sie „vergessen“. Das ist bluffen in Reinkultur.

 

Die Berechnung der Wohnfläche beim Hausbau im Einzelnen

Wird eine Wohnfläche nach DIN 277 berechnet, kommt eine höhere m² heraus als nach der WoFlV. Denn die DIN 277 unterscheidet zwischen der Hauptnutzfläche, Nebennutzfläche, Funktionsfläche und Verkehrsfläche. Beispiele:

  • Hauptnutzfläche: Wohnzimmer
  • Nebennutzfläche: Bad
  • Funktionsfläche: Hauswirtschaftsraum
  • Verkehrsfläche: Treppen, Flur

Die größten Unterschiede zwischen der DIN 277 und der WoflV ergeben sich bei Dachschrägen, Balkonen, Kellerräumen, Treppen und Terrassen.

 

  • Die meisten Häuser haben einen Keller. Nach der WoflV haben Kellerräume nichts in der Wohnflächenangabe zu suchen.
    Wird nach der DIN 277 berechnet, gehören sie zur Nutzfläche – und schon erhöht sich die m²-Zahl.

  • Eine Fläche unter einer Schräge wird nach der WolfV nur zur Hälfte berechnet, sofern die Schräge zwischen einem und zwei Metern Höhe beginnt.
    Mit der DIN 277 spielt das keine große Rolle, die Grundfläche kann als Nutzfläche ausgegeben werden, sie muss nur separat aufgeführt werden.

  • Das Gleiche gilt für Balkone, Loggien oder Terrassen, auch hier wird die gesamte Fläche einfach dazu gezählt, auch wenn die Abmessungen extra ausgewiesen werden müssen.

  • Dachböden werden nach der DIN 277 voll zur Nutzfläche gerechnet, nach der WoflV ein Unding.

Die genannte separate Ausweisung der Flächen fehlt oft bei der Beschreibung des Objektes. Das führt zu den Schwierigkeiten, denn Sie als Laie sehen lediglich die m²-Zahl auf dem Papier. Aus diesem Grund kann ein und das gleiche Haus völlig unterschiedliche m²-Angaben haben. Natürlich bevorzugen einige Bauunternehmer die Berechnung, die die größte m²-Zahl ausweist. Sie freuen sich, wie schön groß Ihr neues Eigenheim ist, und wundern sich am Ende eventuell über das winzige Wohnzimmer und die kleinen Zimmerchen im Dachgeschoss. Sie schauen in die Unterlagen und finden die m²-Anzahl. Nachmessen – deutlich weniger. Nochmals ein Blick in die Unterlagen – die m²-Anzahl nach DIN 277. Aha. Ein recherchierender Blick ins Internet bestätigt die ersten bösen Zweifel. Warum hat das vorab niemand erwähnt? Weil sich das Thema „Wohnflächenangaben“ wunderbar zum Bluffen eignet!

 

Wie sich die unterschiedlichen Wohnflächenberechnungen auf den Preis auswirken

Stellen wir uns einfach mal ein Haus vor, dessen Wohnfläche nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV) 100 m² beträgt. Dieses Haus würde, berechnet nach DIN 277 fast 120 m² groß sein. Wenn nun für beide Häuser ein identischer Kaufpreis vorläge, würde sich natürlich jeder Bauinteressent für das vermeintlich größere Haus entscheiden. Über die Berechnung der Wohnflächen finden Sie auf https://www.hausbauberater.de/wohnflaechen/ weitere Hinweise.