Preisangaben und Baukosten

Bluffen beim Hausbau in puncto Preisangaben

Der Preis ist heiß, doch um welchen Preis geht es eigentlich bei Ihrem Haus? Leider geht es bei Preisangaben für ein Haus oft nur um ein oberflächliches Geplänkel. Sie als Verbraucher möchten jedoch gerne den Endpreis für Ihr Haus wissen. Sind Sie deswegen als penibel zu bezeichnen? Nein, denn bei einem Hausbau summieren sich die Beträge unter dem Strich gerne zu einer größeren Summe. Wenn Sie diese Summe vorab wissen, können Sie planen und alles ist im Lot. Warum aber wird gerade bei den Preisangaben so gerne geblufft?

 

Die Gründe für das Bluffen beim Preis für das neue Haus

Wer ein Unternehmen führt, möchte Geld verdienen. Dagegen ist nichts einzuwenden. So funktioniert die Marktwirtschaft. Als Konsument möchten Sie einen Preis wissen. Auch dagegen ist nichts einzuwenden. Zwei einfache Dinge, so sollte man meinen.

 

Wo ist die Kreuzung, an der sich Wege dieser beiden Grundsätze trennen?

  • Ein Grund liegt im Konkurrenzdenken.
    Firma A ist günstiger als Firma B und Firma C verschleiert einfach ein paar Details und wird somit noch günstiger als Firma A und B zusammen und bekommt den begehrten Kunden. An diesem einfachen Beispiel sehen Sie, wie kurz der Denkweg mancher Unternehmen ist. Bauherren kaufen Ihr Haus natürlich gern dort, wo es am billigsten erscheint. In der Regel stellt sich dann beim Hausbau die Ernüchterung ein, denn letztendlich holt sich der Bauunternehmer das Geld vom Bauherrn durch Nachträge.

  • Ein weiterer Grund für falsche Preisangaben liegt in der Geldgier.
    Das Ziel von schwarzen Schafen liegt darin, Verträge abzuschließen. Möglichst viel, möglichst schnell.

    Hier mal ein Auszug eines unseriösen Gesprächsverlaufs:
    Hausverkäufer : "Der Preis für das Haus gilt nur noch bis morgen!"
    Bauinteressent: "Ich möchte mir das aber noch einmal überlegen."
    Hausverkäufer : "Warum? Sie können doch jederzeit vom Vertrag zurücktreten."

Wenn Sie jetzt unterschreiben, hat der Hausverkäufer Ihnen einen gültigen Bauvertrag vermittelt. Sofern es keine ausdrücklich vereinbarten Rücktrittsklauseln im Bauvertrag gibt, gilt dieser Vertrag.

Wurden Sie also belogen?

Gelogen hat der Hausverkäufer dennoch nicht, denn nach § 649 Satz 1 BGB können Sie jederzeit den Werkvertrag kündigen und dabei bedarf es nicht einmal einem Kündigungsgrund. Was er Ihnen aber verschweigt, ist, dass der Bauunternehmer gemäß § 649 Satz 2 BGB von Ihnen eine Vergütung verlangen kann. Er muss nach den Bestimmungen des § 649 Satz 2 BGB lediglich Abzüge akzeptieren, indem er die ersparten Aufwendungen aufrechnet. Er kann demzufolge den kalkulierten Gewinn aus dem Bauvertrag geltend machen. Da es in der Praxis sehr schwer ist, die Forderung des Bauunternehmers zu berechnen, gehen die Gerichte unter Bezugnahme auf § 649 Satz 3 BGB meistens davon aus, dass dem Bauunternehmer fünf Prozent der Vertragssumme zustehen.
Siehe auch https://www.hausbauberater.de/kuendigung-bauvertrag/.

 

Eine seriöse Baufirma legt alle Kosten transparent dar. Sie weist darauf hin, dass sich eventuell bei den Arbeiten weitere unkalkulierbare Kosten ergeben können.


Wie kann bei den Preisangaben geblufft werden?

Der Hausbau ist mit relativ hohen Kosten verbunden. Jeder Bauunternehmer hat einigen Spielraum, den Sie als Bauherr vermutlich nicht kennen. Ein beliebter Trick ist das Verschweigen von Leistungen. Wenn Sie zum Beispiel ein Haus schlüsselfertig erworben haben, sind im Leistungsumfang nur die Dinge enthalten, die in der Baubeschreibung aufgeführt sind. Oft kommen dann noch Kosten für die Baustelleneinrichtung oder die Erdarbeiten auf den Bauherren zu. Richtig schlimm wird es, wenn auch noch die die Ausbaugewerke beschnitten worden sind. Auch schlüsselfertige Häuser können weder Innentüren noch Fliesen oder eine Sanitäreinrichtung beinhalten. Eine unseriöse Firma kann Ihnen problemlos ein vermeintliches günstiges Haus zum Festpreis verkaufen, wenn Sie die Baubeschreibung nicht genau lesen. Darum empfehlen wir Bauinteressenten, die Baubeschreibung unabhängig prüfen zu lassen.

 

Stolperfallen vermeiden

Seriöse Bauberater arbeiten ohne Tricks. Sie legen alles offen und transparent dar und es wird nicht gemauschelt. Doch für Sie als Laie ist es nicht unbedingt leicht zu erkennen, welches Unternehmen tatsächlich seriös agiert. Ein guter Bauberater antwortet offen auf alle Fragen. Er weist auf unkalkulierbare Risiken hin. Im Bauvertrag ist das Kleingedruckte so groß, dass Sie es lesen können. Die Worte bilden Sätze, die Sie verstehen können. Auf schwammige Ausdrucksweisen wird verzichtet.

 


Auch dies sollten Sie noch wissen:

Die Berufsbezeichnungen „Sachverständiger“ oder „Gutachter“ sind nicht geschützt – jeder kann einen Kurs besuchen und sich danach in dieser Branche selbstständig machen. Zu Ihrem Glück gibt es unterschiedliche Einordnung von Sachverständigen und zwei davon sind tatsächlich geschützt: Der amtliche Sachverständige und der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige. Wie wichtig es ist, sich an einen gerichtlich anerkannten Sachverständigen zu wenden, lesen Sie auf https://www.hausbauberater.de/baurecht-sachverstaendige/.